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„Das Maß der Wirtschaft ist der Mensch. Das Maß des Menschen ist sein Verhältnis zu Gott.“

– Wilhelm Röpke

Ich will hervorkehren, dass es im Lehrplan, im Bereich der allgemeinen Bildungsziele, eine Textstelle gibt, die mir ernste Gedanken bereitet. Es handelt sich hierbei um einen kurzen Absatz gegen Ende des Unterbereichs „Aufgabenbereiche der Schule/Bildungsbereich Mensch und Gesellschaft“, welcher beim „Allgemeinen Bildungsziel“ – also gleich zu beginn – zu finden ist. Hier steht, sinngemäß, die Vorbereitung auf das Leben nach der Schulzeit habe sich an verschiedenen, gesellschaftlich relevanten Aspekten zu orientieren, unter anderem, wörtlich, „an wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit“.
            In einem für mich zu intensiven Ausmaß schwingt hier mit, den Schülern und Schülerinnen das Prinzip „Du bist was zu leistest“ zu verstehen zu geben. Dies widerstrebt jedoch meiner Ansicht nach einer grundsätzlichen Einfühlsamkeit und einem vorauszusetzenden Wertschätzen des Individuums, welche ein Lehrkörper hoffentlich in den Schulalltag mitbringt. Als zukünftige Lehrkraft wird es auch zu meinen Aufgaben gehören, nach bestem Wissen und Gewissen auf jeden Schüler und jede Schülerin einzugehen. Dieser beziehungsweise diese tritt mir wiederum gegenüber als ganzer Mensch, mit all seinen oder ihren Wünschen, Vorstellungen, Ängsten, Meinungen, Überzeugungen, und so weiter. Er oder sie ist.
            Ich denke es ist durchaus von Bedeutung den Kindern begreiflich zu machen, dass die Gesellschaft im Allgemeinen sich eben auch auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Individuums stützt, dass dies jedoch die persönlichen, vom wirtschaftlichen Aspekt unabhängigen, Vorstellungen von Lebensglück, Freude, Integrität und so weiter auf gar keinen Fall von dem Podest des individuellen Wohlbefindens drängen darf zugunsten ihrer, nämlich der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, selbst. Denn selbstverständlich kann wirtschaftliche Leistungsfähigkeit glücklich machen, aber bloß sekundär, nicht primär, also nicht um ihrer selbst Willen. Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bedeutet Geld und Geld vermag das Wohlbefinden enorm zu steigern.
            Unter diesem Aspekt betrachtet, macht es für mich durchaus Sinn den Schülerinnen und Schülern etwas über den Bereich der Wirtschaftlichkeit beizubringen. Jedoch meine ich auch, dass unser, der Ökonomie beinahe schon verpflichteter, Zeitgeist ohnehin seinen Teil dazu beiträgt, die Menschen, Erwachsene wie Kinder, geradezu zu indoktrinieren, alles und jeden auf wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hin zu überprüfen und sich selbst und seine Routinen permanent zwecks Leistungssteigerung zu adaptieren.
            Ist es denn wirklich nötig, dies den Kindern sogar in der Schule einzuimpfen? Sie kommen ohnehin nicht daran vorbei damit konfrontiert zu sein – ich betone: zu SEIN, nicht erst zu werden, denn sie sind es ohnehin von anfang an. Dazu reicht es bereits, einen Fernseher zu Hause zu haben.

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