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Archive for the ‘Gedichte’ Category

Bitte das Youtube zu starten, jedoch die Lyrics durch den Text darunter (in blau und rosa gehalten) zu ersetzen!

…und wer wissen will, wie das dann klingen könnte, dreht am

Sonntag, 6. Mai 2012 von 12:00 bis 13:00
Radio Orange auf Frequenz 94.0
zum JazzWorkshop

auf!

😉

Hosanna,
LGGF

I bin pleite
I bin pleite

Ned erst seit heite
Ned erst seit heite

I suach es Weite
I suach es Weite

Oba wohin?
Oba wohin?

Mir drahn’s es Gas o
Mir drahn’s es Gas o

Mir drahn’s en Strom o
Mir drahn’s en Strom o

Boid föht ma’d Wäsch no
Boid föht ma’d Wäsch no

Weul i blonk bin
Weul i blonk bin

I pock de Wööt ned

Meine Schuach san weg

Geht’s eich a so?

Meine Reck san fuat

I hau en Huat drauf

Meine Hoar san schiach

I glaub ich reiß boid/glei o

Na mia geht’s ned guat

Jo deaf des woah sei?

Meine Strimpf hobm Lech

Wo is mei Gööd hin?

Meine Fiaß dan weh

I hob kan Cent mehr

Meine Brüün san hin

Na, na des glaubt’s ma nie

Na, des hot kan Schmäh

I pock de Wööt ned

Meine Händ san rauh

Geht’s eich a so?

Meine Hosn z’foin

I hau en Huat drauf

Meine Speis is leer

I glaub ich reiß boid/glei o

Na, i kaun nix zoin

Jo deaf des woah sei?

I muass auße, muass weg do

Wo is mei Gööd hin?

Wü goa nix mehr hean

I hob kan Cent mehr

Brauch de Leit ned, de Suagn ned

Na, na des glaubt’s ma nie

Mia kummt glei es Rean

I pock mi zaum und hau me üba’d Heis
Pfiat Gooooott!

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Erklärung:
Es handelt sich um ein surreales Theaterstück in 2 Akten, welches das einzige Ziel verfolgt, mit einer möglichst großen Anzahl von Wörtern, ein möglichst kleines Spektrum an Inhalten wiederzugeben.
Anders ausgedrückt:
Die Anzahl der Wörter sei x.
x strebt gegen unendlich.
Die Menge des durch x ausgedrückten Inhaltes sei y.
y strebt gegen 0.
Es wird nicht emfohlen, das Stück öfter als einmal zu lesen. Zumindest nicht, ohne einige Stunden oder Tage vor der nächsten Lesung vergehen zu lassen, da sonst erhöhte Depressions- oder sogar Suizidgefahr besteht.
Für etwaige mentale oder physische Schäden, welche im Zuge des Lesens oder Ansehens dieses Stückes auftreten, wird keine Haftung übernommen.

~°*~°*~°*~°*~°*~°*~°*~°*~°*~°*~°*

Es ging einst ein Zwerg zur Sonne, um eine gemütliche Tasse Beerentee mit dieser zu genießen…

<I. Akt>
[Vorhang auf]

[An einem prunkvollen Eingangstor…]

Sonne:
Hallo Zwerg, schön dich zu sehen!

Zwerg:
Danke, dank, auch mich freut es, etwas Zeit mit dir zu verbringen heute.

Sonne:
Zeit mit mir verbringen? Welch feine Idee! Sie hätte von mir selbst stammen können!  Nun komm und tritt ein!

[Die Sonnenpforten öffnen sich weit und der Zwerg geht hinein.]

Zwerg:
Ich dachte so bei mir, ‚Ei, eine heiße Tasse Beerentee mit der Sonne… das wäre jetzt fein!‘ und bin sogleich losgestapft.

Sonne:
Ja, der gute, heiße Beerentee, das ist schon eine besondere Wonne. Ganz speziell in so SONNIGER Gesellschaft!
[lacht über den eigenen Wortwitz]

Zwerg:
[lacht mit]
Die Blütenblätter und Beeren für den Tee habe ich eigenhändig gesammelt und sorgfältig getrocknet.
Was für ein Aroma!
[hält Sonne die Dose mit dem trockenen Tee unter die Nase]

Sonne:
Oh ja, vortrefflich! Ich möchte sogleich einen Wasserkessel aufsetzen.

Zwerg:
Soll ich dir zur Hand gehen, lieber Sonne?
[Randnotiz 1: Die Sonne ist in der deutschen Sprache grammatikalisch gesehen zwar feminin, aber in diesem Werk des natürlichen männlichen Geschlechts; wird also von einem Mann dargestellt]

Sonne:
Ach, den Tee vorzubereiten schaffe ich schon selbst. Allerdings könntest du in der Zwischenzeit ein wenig von dem Kuchen aufschneiden, welchen ich heute morgen gebacken habe. So ein Glück, dass ich gerade an diesem Tage die süße Speise vorzubereiten geduldig war.
Wäre es gestern gewesen, so wäre das Backwerk heute bereits ausgetrocknet. Wäre es morgen gewesen, so wäre der Kuchen für uns heute nicht von geringstem Nutzen.

Zwerg:
Wahrlich, wahrlich!
[überlegt sichtlich kurz]
Obgleich, wenn ich es mir recht durchdenke, so sind Konstanten wie ‚gestern‘, ‚heute‘ und ‚morgen‘ für dich doch nichts als Gedankenkonstrukte. Immerhin bist du die Sonne, mein lieber Sonne. Von dir hängen diese drei doch erst ab.

Sonne:
Das stimmt nur zum Teil, mein Freund. Denn obwohl es richtig ist, dass ‚gestern‘, ‚heute‘ und ‚morgen‘ durch mich definiert werden, so kann ich sie doch nicht bestimmen.

Zwerg:
Nicht?!
[schaut verdutzt]

Sonne:
Nein, keineswegs, lieber Zwerg. ‚Gestern‘, ‚heute‘ und ‚morgen‘ – oder kurz gesprochen: die Tage – sind zwar durchaus durch mich aufrecht erhalten, bestimmt werden sie jedoch durch meine kleine Halbschwester.

Zwerg:
[lächelt fast väterlich]
Die süße, kleine Erde. Ist sie denn schon so groß, dass sie die Tage selbst bestimmen darf?

Sonne:
Wohl, wohl, mein Zwerg! Schon seit längerem sogar.
Wir müssen einander wirklich schon seit einiger Zeit nicht gesehen haben, mein Guter, wenn du die Erde so jung in Erinnerung hast.

Zwerg:
Achja, so vergeht die Zeit. Ich erinner mich als wäre es nur einen Augenblick her, dass ich zu dir kam, ganz so wie heute, und du zu mir meintest: „Mein Zwerg, mein Zwerg, schau nur, schau! Ich darf vorstellen: Erde, mein kleines Halbschwesterchen.“ Und gestrahlt hast du, noch heller als sonst!

Sonne:
[lächelt, leicht melancholisch und nickt]
Wie wahr, wie wahr! Ach Freund, die Zeit vergeht doch viel zu rasch.
[schüttelt den Kopf]

Zwerg:
Achja, wem sagst du das!
[nickt]
Doch nun lass uns nicht trübselig sein ob der Zeit, sondern uns am Duft des Tees und am , wie ich überzeugt bin, herrlichen Geschmack des Kuchens erfreuen!
Ich brauche ein Messer und einen Heber, um das Backwerk anschneiden und sogleich dann anrichten zu können. Es duftet herrlich!
[atmet tief ein]

Sonne:
[reicht Zwerg ein Tortenmesser]
Geh nur in die Küche. In der Schublade neben dem Herde bewahre ich Tortenheber verschiedenster Größe auf. Öffne sie und sieh, welcher dir am gelegensten kommt. Nur zu!

Zwerg:
[verschwindet in die Küche und kommt nach wenigen Augenblicken wieder mit einem Mehlspeisheber]
Dieser hier soll mir gereichen.
[Er schneidet und richtet die Kuchenstücke hübsch auf einem Teller an]
Ah! Mir scheint, das Wasser im Kessel brodelt bereits!

Sonne:
Gut so, gut so! Wohl an denn!
[Hebt den heißen Kessel mit Hilfe eines Lappens von der Feuerstelle hinten im Raum und gießt das Kochwasser behutsam über den getrockneten Tee, der schon in einem großen Krug vorbereitet ist.]
Was für ein Aroma!

Zwerg:
Wahrlich, auch ich werde nun des himmlichen Duftes gewahr. Er ist noch vorzüglicher als zu hoffen ich gewagt hatte.

Sonne:
Ja, das Teetrocknen und -zusammenstellen ist eine feine Kunst, welche du wohl besser als jeder andere beherrschst, mein lieber Zwerg.
[nickt zustimmend]

Zwerg:
Wohl, wohl, ganz ohne mich zu sehr in deinem Lichte zu baden, guter Sonne, so stimme ich dir in diesem Punkte zu. Alleine schon, würde ich doch das Erbe und den guten Ruf meiner Ur-ur-ur-urahnen verraten und beschmutzen, täte ich es nicht.
Schon der Großvater meines Vaters war der Kunst des Teevorbereitens zutiefst zugetan. Ist es doch eine zarte Kunst.
Ich erinnere mich nur zu genau, dass ich, ein junger, kleiner Zwerg damals noch, mit meinem Vater und meinem Großvater in unserer Küche saß und gebannt, ja geradezu gefesselt, den Ausführungen des Älteren über das Wesen der Teetrocknerei lauschte. Meine Augen mochten geglüht haben wie loderndes Feuer, so sehr hielt mich des Großvaters Rede im Banne. Die Leidenschaft in seinen Worten, in seinen Gesten, ja, in seinem ganzen Gehabe während socherart Erläuterungen waren für mich suchtmittelgleich.
Und auch mein Vater, der gute, fromme Mann, war nicht nur ein vorbildlicher Zwerg, der allen zwergischen Sitten und Gebräuchen zutiefst gerecht wurde, nein, auch er wusste die Kunst der Teesammlerei und -trocknerei zu perfektionieren.
Fingerspitzengefühl und Geschmack sind gefragt hierbei!
Ich kann mich wahrlich glücklich schätzen, dies Können schon von Kindheitstagen an, sozusagen in die Wiege gelegt bekommen zu haben. Ach, wie war das spannend, wenn die beiden sich hitzige Wortgefechte lieferten, welche Kräuter und Beeren sich wohl besser kombinieren ließen zu einer Gaumenwonne von Tee. Ich konnte…

[Es klopft unvermittelt an der Pforte.]

Sonne:
Nanu, wer mag das sein? Fällt mir doch niemand ein, den ich zu dieser Stunde erwarten würde.

Zwerg:
[zuckt mit den Schultern]

Sonne:
Ich will doch gleich gehen und schauen, wer mich aufsucht.
[steht auf und geht von der Bühne – zur Pforte]

[Man hört Stimmen und wie die Pforte zufällt.]

Sonne:
[kommt lachend zurück]
Achja, mein guter Zwerg, wenn man von der SONNE spricht!
[kichert wieder über den eigenen Wortwitz]

[Erde betritt den Raum]

Erde:
Einen schönen guten Tag wünsche ich!
[lächelt lieb und macht ein Knickserl]

Zwerg:
Erde?!
[glotzt ungläubig]
Ja kann ich es denn glauben?! Soeben haben wir noch von dir gesprochen und schon beehrst du uns mit deiner zauberhaften Anwesenheit.
[steht auf und verbeugt sich]

Erde:
Ach, lieber Zwerg, ist es doch auch sehr lange her, dass wir drei beisammen zu sitzen glücklich sein durften. Ich freue mich sagen zu dürfen, dass Ihr euch in den vergangenen 285.000 Jahren kein bisschen verändert habt.

Zwerg:
Was sagt man dazu?
[blickt kopfschüttelnd jedoch lächelnd zu Sonne]
Da ist sie schon so groß geworden und wagt es doch noch immer nicht, mich freundesgleich zu duzen.
[richtet sich wieder der Erde zu]
Ach, liebes Mädchen, bist du doch den Kinderschuhen entwachsen und sollst dich somit nicht mehr der höflichen Flosgeln uns Älteren gegenüber bedienen müssen. Von nun an sind wir alle gleich: erwachsen und von voller Reife!

Erde:
So sei es denn, guter Zwerg, will ich dich also von nun an in freundschaftlicher Anrede ansprechen.

Sonne:
Komm nur zum Tisch, mein Kind, und mache es dir hier mit uns bequem. Ich will dir auch sogleich einen hübschen Stuhl und ein Teetässchen bereitstellen.
[verschwindet in einen anderen Raum, um einen Sessel zu holen]

Zwerg:
Darf ich dir ein Stückchen Kuchen anbieten, liebe Erde?

Erde:
Herzlich gerne, da sage ich nicht nein. Es soll dir gedankt sein.

Zwerg:
[reicht Erde ein Tellerchen mit einem Kuchenstück]
Danke nicht mir, danke deinem Halbbruder! Denn es war Sonne, der dies herrliche Backwerk schuf. Ich reiche es bloß weiter.

Erde:
Ja, backen kann er, der liebe Sonne…

[Sonne kommt zurück mit einem Stuhl und Erde nimmt Platz. Er geht dann noch in die Küche um eine Tasse für Erde zu holen.]

Erde:
…Ich wage zu sagen, mit der Zuckerbäckerei hält er es fast so hoch wie du mit der Kunst des Teesammelns und -trocknens. Konnte ich doch den Duft des Heißgetränkes schon an der Pforte wahrnehmen und wusste sogleich: Welche Freude! Auch Zwerg ist hier!

Sonne:
[kommt mit einer Tasse für Erde zurück und setzt sich dann wieder auf seinen Platz]
Lass mich dir etwas von dem guten Tee eingießen, liebes Schwesterchen. Ist er denn nicht von gar himmlischem Aroma? Wäre er Metall, so wäre er wohl pures Gold!

Erde:
Meine Rede, lieber Bruder, besser zu treffen hätte ich es nicht vermocht. Vorzüglich! Vorzüglich!
Gleichwohl, dein Kuchen ist auch von wunderbarster Köstlichkeit. Ich habe es soeben erst zu Zwerg gesagt, nicht wahr?
[schaut zum Zwerg]

Zwerg:
Wohl, wohl!
[nickt zustimmend]

Sonne:
Das ist zu gütig, an solcher Art Kompliment erfreue ich mich gerne! Obgleich es mir doch recht hochgegriffen erscheint, meinen Kuchen mit des Zwerges einzigartigem Tee gleichzustellen.

Erde:
Wohl wahr, der Tee ist wirklich einzigartig. Das tut deinem Kuchen aber nichts ab!

Sonne:
Du magst wohl recht haben, liebe Erde. Haben wir doch knapp vor deinem erfreulichen Eintreffen über die Teesammlerei und -trocknerei gesprochen. Ein edles Handwerk!

Erde:
Da stimme ich mit ein!

Sonne:
Der liebe Zwerg war zuvor daran gewesen, einiges aus seinem Erfahrungsschatz mir mitzuteilen.
[wendet sich Zwerg zu]
Möchtest du nicht mit deinen Ausführungen fortfahren, guter Freund!

Zwerg:
Mit Wonne, mein Lieber, mit Wonne! Wenngleich, weiß ich doch just in diesem Augenblicke nicht mehr, wo zuvor ich stehen geblieben war.
[überlegt sichtlich und runzelt die Stirn dabei]

Sonne:
Wenn ich mich recht entsinne, so warst du darauf und daran gewesen, die hitzigen Wortgefechte zwischen Vater und Großvater zu schildern, welche Kräuter und Beeren sich wohl am besten für eine vorzügliche Teemischung zusammenstellen ließen.

Erde:
Oh, welch höchst interessante Thematik! Will ich dem doch gerne lauschen und mich dabei weiterhin am Dufte des Beerentess gütlich erfreuen.

Zwerg:
[zur Sonne]
Recht hast du, recht hast du, werter Sonne. So möchte ich denn hier forfahren.
Ich kann mich nur zu gut an dieserlei hitzige Diskussionen erinnern. War doch mein Großvater, der alte, weise Zwerg, der Überzeugung gewesen, es sei das Beste für einen kräftig guten Tee, nicht mehr als höchstens drei Beerensorten an der Zahl beizufügen und den Rest des Teearomas durch Beigabe von Kräutern auszuzeichnen. Mein Vater jedoch, der Hitzkopf, sprang jedes Mal wutentbrannt auf, wenn der Ältere diese Art von Ausführungen vornahm, und schrie: „Was redest du nur, was redest du?! Solltest nicht du besser als jeder andere wissen, dass ein herzhafter, aromatischer Tee seinen Duft einzig und allein durch die Menge der Beerensorten gewinnt?! Die Kräuter dienen dann der Abrundung.“ Mein Großvater antwortete ihm aber stets besonnen: „Du irrst, mein Sohn, du irrst. Nicht die Anzahl der verschiedenen Beerensorten macht den Tee. Nein! Ihre richtige Kombination ist der Schlüssel zu einer geglückten Teeherstellung.“ Und so diskutierten sie denn also dahin und keiner gab den Argumenten des anderen klein bei. Und doch, wenn es daran ging, dass jeder auf die ihm bevorzugte Art die Beeren und Kräuter für den Tee sammeln und trocknen sollte, so wurde später aus jeder der beiden Teemischungen ein Meisterwerk für sich, und kein Tee stand dem anderen in geringster Weise nach.

Sonne:
Unglaublich!

Erde:
Wahrlich unglaublich!
[klatscht zustimmend in die Hände]
Welch feine Erläuterungen. Solcherart Geschichten lob ich mir!

Sonne:
Im Besonderen sind sie auch glaubwürdig, kommen sie doch von einem Spezialisten, dessen Teetrocknerkünste für sich sprechen!

Zwerg:
[wird rot]
Bei solch großzügigen Komplimenten werde ich noch ganz verlegen!

Erde:
[lacht]
Aber das musst du doch nicht, lieber Zwerg. Kommt das Lob nur zu Recht.

Zwerg:
Dann will ich mein Haupt neigen und somit meinen Dank erbieten.
[neigt den Kopf nach unten]

Sonne:
[klopft Zwerg auf die Schulter]
Ach, lass nur, Freund, den größten Dank erbietest du mir, wenn du dich herzhaft an dem Kuchen labst.

Zwerg:
Das nenne ich ein Wort! Ich will gleich noch einmal zulangen!
[nimmt sich noch ein Kuchenstück]
Ja, diese Mehlspeise ist eine Gaumenfreude.

Erde:
Da kann ich nur zustimmen! Der flaumige Teig, der herrliche Geschmack… ja, wir lassen ihn uns wahrlich munden, diesen Kuchen. Nicht wahr, mein Zwerg?

Zwerg:
Dem pflichte ich bei.

[Alle essen Kuchen.]

Sonne:
Ja, das Backen ist von allen Freuden wohl meine größte. Ist es doch entspannend und befriedigend zugleich. Nur zu gerne stehe ich vor dem Herde und genieße es, wenn sich der Duft der jeweiligen Süßspeise im Raume verbreitet. Auch das Teigrühren bereitet mir stets Wonne. Mit viel Liebe und doch bedacht selle ich die Teige für meine Backwerke zusammen. Fällt das Ergebnis meiner Bäckerei ja schließlich auf mich selbst zurück!

Erde:
Weise Worte, Bruderherz.

Zwerg:
Das stimmt! Die Wahrhaftigkeit deiner Worte ist wohl über jeden Zweifel erhaben.

Sonne:
Ich danke euch, meine Lieben! Im Laufe der Jahre habe ich mir allerlei Kochbücher zugelegt, in welchen die mannigfaltigsten Backrezepte zu finden sind. Das Rezept für den Kuchen, den wir im Augenblick genießen, findet sich beispielsweise in einem Werk, das den klingenden Titel „Backen wie damals“ trägt. Es beschäftigt sich ausschließlich mit der Zuckerbäckerei.

Erde:
Tatsächlich?!

Sonne:
Ja ja! So wahr ich die Sonne bin!
[steht auf und geht zur Küche]
Will ich es doch gleich herbei holen und euch den einen oder anderen Blick hinein werfen lassen.

Zwerg:
Wie fein, wie fein! Da bin ich aber gespannt!

Erde:
Auch mich erfasst die Vorfreude ob solch eines interessanten Werkes.

[Zwerg und Erde blicken erwartungsvoll zur Küche und warten, dass Sonne mit dem Buch zurück kommt. Sonne kehrt nach wenigen Augenblicken mit dem Buch zurück.]

Sonne:
So, hier habe ich auch schon das Meisterwerk für euch. Es bedurfte nur eines kurzen, suchenden Blickes das Buch zu finden. Lag es doch noch immer auf der Anrichte in der Küche, gleich neben dem Herde, genau an jenem Platze, an den ich es während meiner Backtätigkeit gelegt hatte. Ich will sogleich die Seiten suchen, welche diesen Kuchen beschreiben.
[blättert, Erde und Zwerg nippen während dessen schweigend und mit zufriedenen Gesichtern an ihren Teetassen]

[nach 10 Minuten…]
[Randnotiz 2: bei der Zeitangabe handelte es sich um Echtzeit, die 1:1 im Stück ausgespielt wird.]

Sonne:
Hier ist es!
[Zwerg und Erde heben die Brauen und lehnen sich vor, um etwas zu erkennen]

Sonne:
[runzelt die Stirn]
Nein, ich habe mich geirrt. Dies ist ein anderes Rezept.
[Zwerg und Erde lehnen sich wieder zurück]

[weitere 5 Minuten später…]
[siehe Randnotiz 2]

Sonne:
Ha! Jetzt habe ich es aber gefunden! Diesmal bin ich mir völlig sicher. Ich erkenne das Rezept anhand der Illustrationen der Mehlspeise wieder.
[strahlt]
Hier, werft einen Blick hinein. Nur zu, nur zu! Seht nur wir wunderbar klar und unmissverständlich alles beschrieben steht.

[Erde und Zwerg starren gebannt in das Buch.]

Erde:
Und wie hübsch die Illustrationen sind! Eine Augenweide.

Zwerg:
Tatsächlich! Man möchte meinen es sei möglich ausschließlich anhand der Bilder das Backwerk zuzubereiten. So gut sind sie!

Sonne:
Sagte ich es nicht? Dies scheint mir die Königin der Backbücher zu sein.

Zwerg:
Allerdings!
[nickt beifällig]

Erde:
Ein wahrhaft einzigartiges Exemplar, dieses Buch. Würde es mich doch interessieren zu erfahren, aus wessen Feder es entsprang.

Sonne:
Ich will sogleich nachsehen.
[blättert zum Impressum]
Hier steht es:
Autor und Verleger ist Herr Reginald Severin III von Unternebengroßgreichen am Sölgenbach bei St. Hinterlietzen.

Zwerg:
Ach, so ein Glück aber auch. Das liegt nur wenige Gehminuten von hier entfernt.

Sonne:
Das stimmt.

Erde:
Au fein! Ich würde diesem Herrn nur zu gerne einen Besuch abstatten. Muss es doch eine besondere Ehre sein, so einen Meister seines Faches persönlich kennen zu lernen.

Sonne:
Der Meinung bin ich auch!

Zwerg:
Ich auch.

Erde:
Dann lasst uns nur rasch den wundebar aromantischen Tee austrinken und den herrlich gebackenen Kuchen aufessen und sogleich dann aufbrechen!

Zwerg:
Das nenne ich ein Wort!

Sonne:
Ich auch.

[Sie verzehren alles innerhalb von 90 Sekunden (siehe Randnotiz 2) und stürzen dann zur Pforte hinaus]

[Vorhang zu]
<I. Akt Ende>

– – – – –

<II. Akt>
[Vorhang auf]

[Alle drei stehen vor einer schlossgleichen Villa, mit großen buntgläsernen Fenstern, Säulen, etc.. Der Zwerg springt vor der Türglocke auf und ab, im kläglichen Versuch anzuläuten, aber er ist zu klein.]

Sonne:
[der Erde zugewandt]
Oje, Zwerg kann nicht anläuten. Da werden wir wohl wieder umkehren müssen.

Erde:
[sichtlich enttäuscht]
Das fürchte ich auch.
[will schon umdrehen, um wieder zu gehen, als sie offenbar einen Einfall hat]
Doch halt! Ich könnte versuchen selbst zu läuten!

Sonne:
Oh, welch grandioser Einfall!

Erde:
[geht zur Türe und läutet an]

[Alle drei warten ein gute Minute (siehe Randnotiz 2), als die Türe sich öffnet. Ein ungefähr dreijähriger Junge kommt heraus und schaut die Besucher schüchtern und mit großen Augen an.]

Erde:
Bist du Reginald Severin III von Unternebengroßgreichen am Sölgenbach bei St. Hinterlietzen?

Junge:
[mit lauter, tiefer, bassverstärkter Stimme]
ICH BIN ES.

[Trompetenfanfare; der Junge steht nun von grellem Scheinwerferlich beleuchtet, während die anderen, im Halbschatten, auf die Knie fallen.]

[Vorhang zu]
<II. Akt Ende>

FIN

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Hymne an die Nertinte

Am Straßenrand, bei Auspuffrohren,
wirst in Massen du geboren.

Mit Stiel und Blättern haarig blau,
stellst deine Blüte du zur Schau.

Dank Regen, sauer wie Urin,
sprießt deinesgleichen zart dahin.

Ein Deut des Lebens süßer Qual,
in deiner Blüte, grau und fahl.

Des Köters Dung dir beigefügt,
zum Wohlgedeih dir schon genügt.

Und jeglich Käfer, Krabbeltier,
das sich zu laben sucht an dir,

Von deines Blutes ätzend Saft,
sogleich dann wird dahin gerafft.

Doch stets voll Anmut, ohne Pein,
wiegst lieblich dich im Sonnenschein.

Mein Blick mir nie was schön’res spinnte,
als dich, oh, königlich Nertinte.

von mir,

danke fürs Lesen,

die gute Fee 🙂

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